Dietmar Gollnick
12.09.2017

Wie geht Warnung der Bevölkerung – zum Beispiel in Israel?

Ende April und noch im Schnee fand in der Schweiz der Summit 2017 der CMA Europe statt. Ende September erwarten wir in Sedona, Arizona, das US-amerikanische Pendant. 

Unerwartetes in Zürich

Über das jährliche Treffen der CMAE17 hatten wir bereits berichtet. Es war mehr als inhaltsreich.

Was nicht ganz angekündigt war und etwas überraschend kam, war der Auftritt unserer israelischen Kollegen. Deren Thema: Die Warnung der Bevölkerung und von dezentral positionierten Verantwortungsträgern. Und sofort sprach Ilan Friedman, der CEO von beeper Ltd. in Israel, nicht von Terror und anderen Dingen, sondern von Naturereignissen wie Erdbeben. Das meinte er, sei der richtige Weg, weil dann jeder wisse, um was es auch ginge, aber es nicht aussprechen müsse.

 

  • Ilan Friedman von beeper Ltd.auf dem Summit der CMAE 04 / 2017

 

Schon immer hatten wir die Kollegen des landesweiten Paging-Betreibers dort beobachtet. Einer ihrer Auftraggeber ist auch die für den Bevölkerungsschutz und die rechtzeitige Information der Bevölkerung zuständige IDF (auch Home Front Command). Wichtiges technisches Prinzip ist dabei – wie in Deutschland auch, aber leider erst mehr auf dem Papier – MultiChannel. „Setze nie auf nur eine Infrastruktur“ und schon gar nicht ausschließlich auf eine, die besonders in Krisenzeiten für andere, nämlich die Bevölkerung gebraucht wird. Ein Smartphone muss (auch) dafür genutzt werden, dass die Bürger mit ihren Angehörigen Kontakt halten. Sowohl Handy als auch darauf basierende Apps und SocialMedia-Anwendungen könnten gerade dann nicht funktionieren, wenn man sie am dringendsten braucht.
 

Deshalb muss man für die Warnung der Bevölkerung (auch) etwas anderes nehmen.

Jedenfalls nutzt man im Nahen Osten schon recht lange Endgeräte, die baugleich zur Warnsirene von e*Message und natürlich wie I. Friedman sagt, vom Handy-Netz unabhängig sind. Und auch dann funktionieren, wenn aus der Notwendigkeit der entstandenen Lage Handy-Netze schon von „Staatswegen“ eingeschränkt betrieben oder abgeschaltet werden.

Der Vortrag in Zürich begann damit, dass ein Bogen gespannt wurde zu dem Bericht in Miami 2014. Ilan Friedman meinte: Ihr dachtet wohl, ich redete 2014 über Science Fiction. Nein, man sollte vorbereitet sein. Und die Aufgeschlossenheit sei nun in Europa objektiv und auch subjektiv größer und nicht wegen der Erdbeben dort.

Auch sein Chef und Hauptgesellschafter von beeper Ltd. Elisha Yanay war dort und betonte, dass er in seiner vorherigen Tätigkeit als CEO bei Motorola Israel sehr viel und damals Grundlegendes für die Entwicklung von Tetra (in Deutschland für den BOS-Digitalfunk genutzt) getan hätte und natürlich klar sei, dass Paging weder vom Smartphone noch von Tetra ersetzt werden könne. Er meinte sogar, derartige Vorstellungen seien doch etwas abenteuerlich aus seiner Sicht und nach seinen Erkenntnissen.

Die Kollegen waren etwas stolz als sie berichteten, dass die ersten 80 Stück der neuen Generation der Warnendgeräte auf bis zu 7facher Multichannel-Struktur soeben ausgeliefert seien. Hier Schema und Bild.

  • © beeper Ltd.: Mass Public Alert Warning Platform

  • © The Times of Israel: IDF’s new portable Nofar siren

 

Zu Erwartendes im schönen Sedona in Arizona

 

Nach den Wirbelstürmen Harvey und Irma, dem Hochwasser in Houston, Miami und Tampa erwarten wir auf dem CMA-Summit Ende des Monats weitere Diskussionen und Informationen zu Learnings. Wir werden berichten.

Dietmar Gollnick