Anke Lüders-Gollnick
11.10.2017

Es ist eine September-Tradition. CMA Summit 2017

Die Fachleute für kritische Kommunikation treffen sich jährlich in den USA, um neueste Entwicklungen und Strategien auszutauschen. Dieses Mal fand die Konferenz im Westen statt, in der Stadt der Indianer- und Hippie-Mystik und der Roten Felsen, in Sedona, Arizona.

Der CMA Summit war aber eher nicht von Mystik geprägt, sondern von konkreter Kost. Ein paar Aspekte seien hier herausgegriffen:

Paging-Netze werden ausgebaut

Im vergangenen Jahr informierten Belgien und die Niederlande, dass die Infrastruktur für Paging landesweit erneuert wird und der Staat dafür erhebliche Mittel bereitstellt. Eine Entscheidung, die bereits vor den Erfahrungen mit Tetra und LTE während der Anschläge am 22. März 2016 gefallen war, im Zusammenhang mit den Kommunikationsmängeln beim Terror aber besondere Aktualität hatte.

In diesem Jahr war ein sehr großer US-amerikanischer Anwender aus dem Bereich Energieversorgung zu Gast. Richard Gregory von Duke Energy, mittlerweile fast 3 Mal so groß wie E.ON und fast 6 Mal so groß wie RWE berichtete über das Konzept für die Kommunikation im Unternehmen. Dazu gehört außer Schalten auch das Herbeirufen von Service-Technikern im Bedarfsfall. 500.000 Endpunkte hat er mindestens zu bedienen und Paging spielt eine der oder die Hauptrolle dabei.
Prism-IPX Systems wird seit Jahrzehnten von Jim Nelson geleitet. Jim ist auch Präsident der CMA-Americas, und sein größter Kunde ist Duke Energy. Er stellte neuartiger Hardware-Komponenten vor. Es wurde gezigt, dass heutzutage Paging-Controller und -Receiver nur noch einen Bruchteil vergangener Dimensionen einnehmen. Ideal für die Integration in komplexe Systeme.

  • D. Banner (l.) CMA-E, J.Nelson CMA-A (r.)

  • Duke Energy: Was ist kritische Kommunikation?

 

 

Global Data Burst Limited adressiert mit seinem Angebot eine ganz andere Zielgruppe, nämlich diejenigen, die sich kommunikationsseitig in nicht erschlossenen Gebieten aufhalten. Das können Militärs oder Journalisten sein, die nicht nur, aber auch in bergigen Gebieten oder der Sahara unterwegs sind. Dafür soll Satellitenpaging bereitgestellt werden. Die Endgeräte wurden herumgereicht und der Preis genannt: 700 Euro etwa. Und, es soll nach Anzahl der Nachrichten abgerechnet werden. Wir werden verfolgen, ob der Markt groß genug ist und die Verlängerung der Funkversorgung mit Verstärker-Elementen angenommen wird.
 
Paging-Netze sind Garant für höhere Verfügbarkeit

Der französische Anbieter und unser Partner TPL berichtete über Slim-Varianten seiner Endgeräte, aber vor allem auch über das Konzept der Zweiwege-Pager.

Eigentlich sollte klar sein, dass die Nutzung einer separaten unabhängigen Infrastruktur neben den Mobiltelefonnetzen und dem Digitalfunknetz der BOS nur ein Bruchteil der Kosten im Vergleich mit dem weiteren Ausbau genau dieser zellularen Netze kostet. Das wird heute schon von vielen Paging-Nutzern, auch in Deutschland und Frankreich, erkannt. Und es werden für Schwarzfall-Lösungen oder Feuerwehr-Alarmierung natürlich Pager eingesetzt. In wachsender Zahl.

TPL (und andere) machen den Versuch, die Nutzung zweier Technologien in einem Endgerät zu vereinigen. Wie das geschieht und welche mathematisch-theoretischen Grundlagen jeden Innen- und Finanzminister überzeugen müssten, wurde auch erläutert und intensiv diskutiert. Die Unterlagen dazu sprengen hier den Rahmen, können aber hier angefordert werden.

  • B. Welch (TPL) zum Thema 2-Wege-Kommunikation

  • Sedona - Die Welt der roten Berge

 
 
Einer der Top-Vorträge
Paul Lauttamus vom gleichnamigen Unternehmen, das in Pittsburgh, West Virginia, und im Ohio Valley tätig ist, berichtete begeistert und begeisternd, wie er aus einem reinen Anbieter von Paging-Services ein Unternehmen mit sehr vielseitigem Angebot geschaffen hat. Selbst in der Firmenmission bezeichnet er sich heute als Quelle und Berater für Sicherheit in der Kommunikation. Die Warnung der Bevölkerung und die Alarmierung von Mitarbeitergruppen in Unternehmen stellen einen wesentlichen Teil der Aktivitäten dar. Auch in Deutschland und Europa sprechen viele darüber. Aber letztendlich läuft alles oft nur auf eine App hinaus, die dann gerade im Bedarfsfall nicht oder nur teilweise funktioniert. Wir haben uns vorgenommen, mit den Leuten aus Pittsburgh den fachlichen und argumentativen Kontakt zu suchen.

Der Sonnenuntergang in Sedona ...

... soll der weltbeste sein. Leider waren die Diskussionen teilweise so interessant, dass die Kollegen diese abendliche Stimmung verpassten. Auch weil Sedona dann doch näher am Äquator liegt als Deutsche meinen. Sunset war etwa 18.15 Uhr.

Weitere Informationen und Vortragsanfragen bitte hier.

Anke Lüders-Gollnick