Dr. Klaus Hütten
27.04.2020

Jederzeit und unter allen Bedingungen – Alarmierung von Einsatzkräften

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In den letzten Tagen der Corona Krise haben wir alle die Verletzlichkeit unseres Gemeinwesens gespürt, kennengelernt und daraus gelernt. Und wir müssen weiter lernen. Aber wir stellen auch fest, bei gebotener sachlicher Betrachtung, dass viele Bereiche unseres öffentlichen Lebens hervorragend funktionieren, dank des Einsatzes der Menschen, aber auch weil die entsprechenden Vorkehrungen getroffen wurden.

Wenig wird gegenwärtig über die funktionierenden Strukturen und Systeme in den Bereichen des Zivil- und Katastrophenschutzes, des Brandschutzes und im Rettungsdienst gesprochen.

Klar könnte man argumentieren, dafür sind die Menschen und ihre Einsatzmittel auch da und dafür wurden sie geschult und angeschafft. Aber so einfach ist das eben auch nicht.

Bereits bei der Konzipierung, spätestens bei der Beschaffung und Einführung ist ein angemessenes Verhältnis zwischen aktuellen und zukünftigen Anforderungen, technischen Möglichkeiten, wirtschaftlichen Zwängen und Realitätssinn gefordert.

Viele Themen fallen mir dabei ein, die es wert wären darüber zu schreiben, von der zentralen oder föderalen Struktur unseres Zivil-, Katastrophen- und Brandschutzes, von Kameralistik und Vergaberecht, von dringend neuen Strukturen, um wirksam und schnell effektive technischen Neuerungen einzuführen und zu nutzen, aber auch um öffentliche Bereiche objektiv zu beraten und zu unterstützen.

Das alles würde den Rahmen eines Blogbeitrages sprengen.

Deshalb konzentriere ich mich auf eine Form der einsatzkritischen Kommunikation die klassisch seit vielen Jahrhunderten bekannt und angewandt wird, das Alarmieren.

Warum spricht gegenwärtig niemand darüber? Weil diese spezifische Form der Kommunikation seit Jahren genutzt wird, sich bewährt hat und ständig in Maßen weiterentwickelt wird und somit „in der Lage lebt“. Darauf können wir stolz sein.

Alarmierung von Einsatzkräften

Alarmierung heißt umgangssprachlich „unter die Waffen rufen“ oder „beunruhigen“.

Die Alarmierung steht immer am Anfang einer öffentlichen Handlung aufgrund einer bedrohlichen Lage, die erkannt, gemeldet und schließlich als Bedrohung, egal welcher Art, festgestellt wurde. Diese Alarmierung soll zu einer möglichst abgestimmten Handlung von Personen zur Beseitigung der Bedrohung dienen.

Übersetzen wir das in die reale Welt des Brand- und Katastrophenschutzes und des Rettungsdienstes, dann bedeutet das nichts Anderes als Erfassung eines Ereignisses (Unfall, Brand usw.) in der Leitstelle einer oder mehrerer Gebietskörperschaften, Vorbereitung der Handlung entsprechend verfügbaren Personals und Technik sowie Alarm- und Ausrückeordnung (Einsatzvorschlag) und schließlich Alarmierung der Einsatzkräfte durch ein vorgehaltenes Alarmierungssystem.

Alarmierung bedeutet immer einsatzkritische Kommunikation in hierarchischen Systemen, d.h. es gibt eine zentrale Stelle, die über alle Informationen verfügt und auch die Entscheidungsverantwortung gegenüber den Kommunikationspartnern besitzt und wahrnimmt.

Die jeweils vorgehaltenen, grundsätzlich durch die verantwortlichen kommunalen Gebietskörperschaften (Landkreise, kreisfreien Städte ggf. auch davon abweichend zentral in einigen Bundesländern), eingeführten Alarmierungssysteme werden auch für die Alarmierung der Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes genutzt.

Wirtschaftlich betrachtet können diese Alarmierungssysteme als im kommunalen Eigentum (einmalige Investitions- und laufende Betriebskosten) befindliche oder auch temporär genutzte Dienstleistungen (laufende Dienstleistungsentgelte) professioneller Netzbetreiber genutzt werden. Unterschiedliche technische Lösungen sind möglich.

Die einsatzkritische Kommunikation steht grundsätzlich am Anfang der Einsatzhandlung und umfasst die wesentlichsten und für den Einsatzbeginn erforderlichen Primärinformationen. Diese müssen schnell, sicher, eindeutig und nutzerspezifisch übertragen werden.

Alarmierung im Sicherheitsfunknetz

Das durch die e*Message W.I.S. Deutschland GmbH angebotene Alarmierungssystem e*BOS-Alarmierung ist eine als Dienstleistung angebotene Form der einsatzkritischen Kommunikation, klassisch designt als Pagingnetz, nach dem weltweit gültigen Standard POCSAG, betrieben als Gleichwellenfunksystem flächendeckend und hoch verfügbar. Der Betrieb erfolgt im 0,7m-Band als Narrow Band Point to Multipoint System (NP2M).

Zur Erhöhung der Verfügbarkeit wird seit einiger Zeit der Funkrufdienst 2wayS by e*Message angeboten.

Mit 2wayS bietet e*Message eine flexible und einfach zu nutzende Multichannel-Alarmierungslösung zur sicheren Übertragung von Alarmen und Informationen an mobile Empfänger.

Grundlage ist die Nutzung von zwei voneinander komplett unabhängigen Kommunikationsinfrastrukturen (Multichannel-Ansatz). Neben dem hochverfügbaren Sicherheitsfunknetz von e*Message wird ein zweites, redundantes Kommunikationsnetz für die Übertragung der Alarmtexte bzw. Informationen genutzt.

Hiermit wird eine noch bessere Erreichbarkeit der Adressaten bewirkt. Alarmierungen und Informationen erreichen die Empfänger zuverlässig auf verschiedenen, voneinander unabhängigen Wegen. Wenn ein Kommunikationsweg nicht zur Verfügung steht, übernimmt der andere die Aufgabe.

Im Rahmen der Kommunikation über beide Infrastrukturen bietet 2wayS by e*Message auch einen Rückkanal, über den die automatische Quittierung einer Nachricht an den Absender erfolgt und optional eine aktive Antwort des Adressaten realisiert werden kann.

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Dieser technische Ansatz eröffnet neben einer wesentlich höheren Gesamtverfügbarkeit des Alarmierungssystems weitere Einsatzmöglichkeiten für die Kommunikation.

Neben der direkten (passiven) Information, dass die Alarmierungen die jeweiligen Einsatzkräfte erreicht haben, können die Einsatzkräfte aktiv den Empfang sowie ihre individuellen Handlungsoptionen zurückmelden. In der Leitstelle verdichten und konkretisieren sich dadurch die Informationen zur Lage. Verbale Rückfragen usw. erübrigen sich. Die Kommunikation wird präziser und nachvollziehbar.

Darüber hinaus lassen sich statusbasierte Gruppenrufe für Funktionsgruppen und verschlüsselte Alarmierungen, insbesondere bei der Übertragung personenbezogener Daten im Rettungsdienst realisieren.

Bereits jetzt ergeben sich eine ganze Reihe von erweiterten Möglichkeiten für die Alarmierung von freiwilligen und Berufsfeuerwehren.

Speziell auch für Werkfeuerwehren bieten sich Optionen für den Tagesdienst und die Heranholung aus der Bereitschaft auch außerhalb der Werksgelände.

Für Rettungsdienste erweitern sich die Einsatzgebiete auch über klassische kommunale Rettungsdienstbereiche hinaus. Angewandt wird diese Form der Alarmierung bereits im Rahmen des Interdisziplinären Versorgungsnachweises.

 

Multichannel-Alarmierung im Katastrophenschutz

Über die verschiedenen Anforderungen im Katastrophenschutz und die Lösung 2wayS erfahren Sie hier mehr.

Zum Vortrag

Praesentation_2wayS

 

Dr. Klaus Hütten
Director Sales