e*Message Blog

Internationaler Erfahrungsaustausch zum Weg aus der Corona-Krise

Geschrieben von Dietmar Gollnick | 1.7.2021

Learnings aus CEO-Perspektive im Rahmen des Everbridge COVID-19 The Road to Recovery (R2R) Spring Symposium.Die Corona-Pandemie hat innerhalb kürzester Zeit weltweit wirtschaftliche und gesellschaftliche Prozesse auf den Kopf gestellt und vermeintliche Selbstverständlichkeiten in allen Lebensbereichen ausgehebelt. Wie gehen Führungskräfte und Entscheidungsträger global damit um? Was haben wir bisher auf unserem Weg aus der Pandemie gelernt und was davon können wir nutzen, um uns für kommende Krisenszenarien zu rüsten? Um diese Fragestellungen ging es beim diesjährigen Everbridge Spring Symposium COVID-19 Road to Recovery (R2R) vom 26. bis 27. Mai 2021, zu dem auch e*Message geladen war.

Führungsverantwortung in Krisenzeiten

Das zweitägige digitale Gipfeltreffen bot Führungskräften aus Politik und Wirtschaft die Gelegenheit zum internationalen Erfahrungsaustausch. Mehr als 50 Persönlichkeiten verschiedener Nationalitäten aus Unternehmen und Institutionen teilten bei der hochkarätig besetzten Veranstaltung ihre Sicht und Learnings. Keynote-Speaker wie Bill Clinton, der 42. Präsident der USA, die ehemalige US-Außenministerin Dr. Madelaine Albright und Steve Forbes, Chairman & Editor-In-Chief von Forbes Media, sprachen über das Tragen von Führungsverantwortung in Zeiten von Krisenereignissen.



In kleineren Gesprächskreisen wurde diskutiert, was es aus CEO-Perspektive für Unternehmen bedeutet, die Corona-Krise zu managen. Unsere e*Message-Sicht war dabei in dreifacher Hinsicht gefragt: zum einen als Unternehmen, das Verantwortung für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trägt. Zum anderen als Experte für zuverlässige Alarmierungs- und Warnlösungen für kritische Infrastrukturen und systemrelevante Verantwortungsträger in Deutschland und Frankreich, die teils selbst ins Krisenmanagement während der Pandemie eingebunden sind oder während der Krise mit ihren Diensten die Versorgung der Bevölkerung aufrechterhalten. Und zum dritten als Mitglied in Institutionen wie dem Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit (ZOES), das sich Fragen der Krisenprävention widmet.

Einsatzbereit bleiben

Mit meinen Diskussionspartnern Robert Vassoyan, SEVP Head of Global Healthcare & Life Sciences der Atos Gruppe, und Eddie Everett, CEO, Products and Partnerships von Control Risks, gab es schnell Konsens darüber, dass – unabhängig von Unternehmensgröße und -struktur – der Schutz der für ein Unternehmen tätigen Menschen höchste Priorität beim Management haben muss. Denn sie sorgen mit ihrem Einsatz, ihrem Engagement und ihrer Kreativität dafür, dass der eigene Betrieb weiterlaufen kann. Auf sie und ihre Dienste verlassen sich die Kunden. Zu den großen Herausforderungen gehörte es darum, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Lage zu versetzen, auch während der Pandemie zusammenzuarbeiten und weiter für Kunden da zu sein, um den Service auch unter Pandemiebedingungen sicherzustellen – ohne sich und andere zu gefährden. Das ist umso entscheidender, wenn Unternehmen, wie wir bei e*Message, und viele der eigenen Kunden zu den Kritischen Infrastrukturen gehören.

Wir können sagen, dass uns das bis jetzt hervorragend gelungen ist. Auch und gerade weil unseren Mitarbeitern und dem Management gleichermaßen von Anfang an bewusst war, wie wichtig es ist, sich schnell an die neuen Gegebenheiten anzupassen, politische Entscheidungen zur Krisenbekämpfung bestmöglich zu antizipieren und auch über den Arbeitsalltag hinaus die vielen Regeln zur Pandemieeindämmung strikt einzuhalten. Nur so lässt sich in Krisenzeiten einsatzfähig und -bereit bleiben - für Feuerwehrleute, Mitarbeiter im medizinischen Bereich, Energie- und Wasserversorger oder Industrie- oder Distributionsunternehmen sowie für alle, die auch während der Pandemie auf zuverlässige Alarmierungslösungen angewiesen sind, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Der Umzug von heute auf morgen von großen Teilen der Belegschaft ins Homeoffice ist eine Sache. Dafür gibt es technische Lösungen und Video-Konferenzen, die mittlerweile bei vielen Menschen weltweit zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Darauf waren wir recht gut vorbereitet, weil wir im Rahmen der ständigen Modernisierung unserer Systeme im Jahr vor Ausbruch der Pandemie gute Voraussetzungen geschaffen hatten. Noch wichtiger ist aber die Haltung, das Bewusstsein und die Flexibilität des Teams. Krisenmanagement muss vom ganzen Unternehmen gelebt werden und Führungskräfte müssen Vorbild sein.

Zuverlässige Kanäle für Entscheidungsträger bereitstellen

Während der Pandemie ist die Rolle von Infrastrukturen weiter gewachsen. In Zeiten von Kontaktbeschränkungen ist die Zuverlässigkeit von Kommunikations- und Informationskanälen noch entscheidender geworden. Vor allem wenn es darum geht, Menschen in verantwortlichen Positionen in Schulen, dem Gesundheitswesen, der Verwaltung von Kommunen, Gemeinden und Städten sowie Notfallteams, Feuerwehren oder Bereitschaftsdienste zu informieren und zu alarmieren. Sie gilt es dabei zu unterstützen, in jeder Lage die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Dafür braucht es gesicherte Informationen und Daten sowie redundante und vertrauenswürdige Informations- und Alarmierungskanäle als „TrustChannel“, die Verantwortungsträgern helfen, vor die Lage zu kommen, und die sich zudem schnell und einfach in bestehende Systeme implementieren lassen. Unser Multichannel-Dienst 2wayS bietet genau dies. Er basiert auf der Nutzung von zwei voneinander komplett unabhängigen Kommunikationsinfrastrukturen. Neben dem hochverfügbaren Sicherheitsfunknetz von e*Message wird ein zweites, redundantes Kommunikationsnetz für die Übertragung der Alarmtexte und Informationen genutzt. 2wayS wurde als Ergänzung zu unserem Basis-Funkrufdienst e*Cityruf für den Einsatz in Situationen entwickelt, die eine schnelle, unkomplizierte und flexible Anpassung erfordern.

In Krisenprävention investieren

Einig war sich die Runde auch, dass die Corona-Krise noch nicht ausgestanden ist. Trotzdem ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, um darüber nachzudenken, welche Lehren wir grundsätzlich aus dieser Krise für weitere Krisen ziehen können. Denn die nächste Krise kommt bestimmt, nur wird sie wahrscheinlich anders aussehen. Sei es eine Dürre, ein Blackout, eine Umweltkatastrophe oder eben doch wieder eine Pandemie - bestmöglich darauf vorbereitet zu sein, muss das Ziel sein. Aktuell stehen Politiker und ihre Wähler noch unter dem unmittelbaren Eindruck der Corona-Krise. Es gilt sie zu überzeugen, dass laufend weiter in Krisenprävention investiert werden muss – auch in krisenfreien Zeiten. Die Feuerwehr ist ein gutes Beispiel dafür. Vor dem Jahr 1850 gab es noch keine Feuerwehr in Deutschland. Und es brennt auch nicht jeden Tag. Trotzdem geben wir rund 300 Millionen Euro im Jahr für die Feuerwehr in Berlin aus – und tun es gerne. Denn Krisenprävention ist immer günstigster als Krisenbewältigung. Und Flexibilität ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Krisenprävention.

Fazit

Bei der Ausarbeitung von Notfall- und Krisenpräventionsplänen sollte darum beispielsweise berücksichtigt werden, Entscheidungsträgern vor Ort bestmöglichen Zugang zu allen relevanten Daten zu ermöglichen, die zur Vermeidung zukünftiger Krisen beitragen können, und dabei für die höchstmögliche Daten- und Übertragungssicherheit zu sorgen. Zuverlässige Alarmierungs- und Warnlösungen über vertrauenswürdige Kanäle müssen bereitgestellt werden. Redundante Kommunikationswege mit höchster Ausfallsicherheit sollten vorgehalten werden. Die Sicherstellung von Bildung auch unter Krisenbedingungen ist essenziell, um unsere freien und demokratischen Gesellschaften zu schützen.

Was wir aus der COVID-19-Krise gelernt haben:

  1. Prävention ist die billigste Investition gegen Krisen. Flexibilität ist der Schlüssel.
  2. Die nächste Herausforderung wird eine ganz andere. Es bleibt: Die Verantwortungsträger vor Ort über einen vertrauenswürdigen Kanal (TrustChannel) zuerst informieren.
  3. Nicht nur auf eine Infrastruktur verlassen. In der mobilen Kommunikation: Auf Multichannel-Kommunikation setzen.
  4. Unsere freien Gesellschaften sollten lernen, sich in Krisensituationen besser zu organisieren. Ein Krisenstab muss früh installiert und jederzeit arbeitsfähig sein.
  5. Eine einfache Bedienung von Strukturen, Geräten und Diensten ist die beste Wahl in der Krise.
    Bildung lernen. Wer gar nichts von Stochastik verstehen will, weiß nicht, wie die Ausfallwahrscheinlichkeit erhöht wird.
  6. Für Entscheidungen braucht man Daten. Sicher. Gut. Strukturiert. Sofort.

Zwei Dinge sind sicher: Je früher wir anfangen, uns auf die nächste Krise vorzubereiten, desto besser werden wir auch in der Lage sein, sie zu meistern. Und: Krisenprävention ist eine ganz normale Arbeitsaufgabe zwischen den Krisen. Die Strukturen und Werkzeuge sollten darauf eingestellt sein.

Dr. Dietmar Gollnick
CEO e*Message Gruppe